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Schutz der Weltmeere bleibt Konfliktthema (8/22)

Erderwärmung, Verschmutzung und Überfischung bedrohen die Artenvielfalt in der Hochsee. Es geht um widerstreitende Interessen - und um viel Geld.



Umweltschutzorganisationen haben das Scheitern der Verhandlungen über ein Hochseeabkommen zum Schutz der Weltmeere scharf kritisiert. Es sei "empörend und traurig", dass die Vereinten Nationen noch immer keine entsprechende Vereinbarung erzielt hätten, erklärte Greenpeace. Das Ziel vieler Staaten, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Hohen See unter Schutz zu stellen, sei nun schwerer zu erreichen.

Auch der World Wide Fund For Nature (WWF) zeigte sich enttäuscht. Die Gesundheit der Meere werde sich weiter verschlechtern, sagte WWF-Expertin Karoline Schacht. Wolle man das Abkommen noch unter Dach und Fach bringen, müssten sich die Staats- und Regierungschefs der beteiligten Länder stärker dafür einsetzen. Dies sei "unabdingbar für die Rettung der Ozeane und damit auch für unser Wohlergehen".


Genetische Ressourcen

Die zweiwöchigen Verhandlungen der UN-Mitgliedstaaten waren am Freitag in New York ohne Einigung zu Ende gegangen. Konferenzleiterin Rena Lee sprach von "hervorragenden Fortschritten". Allerdings benötige man "noch etwas mehr Zeit, um die Ziellinie zu erreichen". Die Gespräche sollen später wieder aufgenommen werden; ein Termin steht noch nicht fest. Bereits zuvor hatten die Vereinten Nationen vier Anläufe für ein Hochseeabkommen genommen, die jedoch allesamt erfolglos blieben.

Eines der konfliktreichsten Themen ist die Aufteilung möglicher Gewinne durch genetische Ressourcen in internationalen Gewässern. Pharma-, Chemie- und Kosmetikindustrie hoffen hier auf Entdeckungen. Die äußerst kostspielige Suche können sich nur internationale Großkonzerne oder reiche Nationen leisten; ärmere Länder wollen von möglichen Gewinnen nicht ausgeschlossen werden. Sie argumentieren, der Reichtum der Meere gehöre allen.


Nur ein Prozent unter Schutz

Als Hochsee oder Hohe See werden jene 60 Prozent der Weltmeere bezeichnet, die nicht unter die ausschließliche Wirtschaftszone eines Staates fallen, da sie weiter als 370 Kilometer von der nächsten Küste entfernt sind. Derzeit wird nur rund ein Prozent der Hochsee durch internationale Abkommen geschützt.


Umweltorganisationen dringen auf erweiterten Schutz angesichts der Gefahren durch Erderwärmung, Verschmutzung und Überfischung. Die Ozeane produzieren die Hälfte des Sauerstoffs in der Erdatmosphäre und nehmen einen erheblichen Teil des Kohlendioxids auf, das durch menschliche Aktivitäten ausgestoßen wird.

Text von dw.com

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